
Artists
Dimitri Horta, CH
Im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens steht die Frage, wie sich Bekanntes neu sehen und transformieren lässt. Horta verbindet historische Bildwelten mit zeitgenössischen Techniken und lotet dabei die Grenzen zwischen Realität und Abstraktion, Tradition und Innovation aus.
Horta arbeitet mit extremen Nahaufnahmen, die den Betrachter unmittelbar in das Bildgeschehen hineinziehen. Grundlage vieler seiner Werke sind historische Stiche des 19. Jahrhunderts, besonders sogenannte Veduten – detailreiche Darstellungen von Landschaften und Städten. Aus diesen historischen Vorlagen isoliert er kleine Ausschnitte, vergrößert sie digital und überträgt sie in traditioneller Malweise auf meist großformatige Leinwände.
Ein zentrales Element seines Schaffens ist der Einsatz von Kunstharz und synthetischem Lack. Seit den 1990er-Jahren und besonders nach einem prägenden Aufenthalt in Japan erforscht Horta das Verhalten dieses Materials. Der Lack reagiert chemisch mit der darunterliegenden Farbschicht und führt zu unvorhersehbaren Verfärbungen – von tiefem Rot bis zu zartem Beige. Diese Unkontrollierbarkeit ist Teil seines künstlerischen Konzepts. In Schichten aufgetragen, erzeugt das Harz glänzende, gallertartige Oberflächen, die mit matten Bildbereichen in Dialog treten und den Werken eine zusätzliche, fast skulpturale Dimension verleihen.
Hortas Naturdarstellungen bewegen sich zwischen Wirklichkeit und Fiktion, zwischen meditativer Stille und einer fast surrealen Energie. Sie eröffnen neue Perspektiven auf Motive, die wir zu kennen glauben, und vereinen dabei Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise.
Nicolas Wagner, FR
Nicolas Wagner ist ein zeitgenössischer französischer Bildhauer aus dem Elsass. Als Autodidakt wuchs er im Spannungsfeld zwischen industrieller Kulisse und ungezähmter Natur auf – eine Dualität, die seine Kunst bis heute tief prägt. In seinen Werken kombiniert er gegensätzliche Materialien wie robusten Stahl und fließendes Harz (Resin), um das Verhältnis von Materiellem und Immateriellem sowie die Dynamik des Lebens zu erforschen.
Ein zentraler Meilenstein seiner Karriere ist die markante Skulptur „Bleistift Killer“ (Stahl & Harz, ca. 60 x 50 x 120 cm), mit der er unter anderem als Halbfinalist bei den Artbox.Projects Basel 2024 große Aufmerksamkeit erregte. Wagners Arbeiten, die oft emotionale Urknälle und die ständige Transformation thematisieren, werden regelmäßig auf internationalen Kunstmessen und Ausstellungen präsentiert.
Ayse Theisen, CH
Das Schwarze Meer. Das Rheinland. Basel. Drei Welten – zwei Seelen – eine unverwechselbare Handschrift. Im Tessin findet sie den Duft ihrer Kindheit wieder.
Geboren in Leverkusen, absolvierte Ayse Theisen ihre künstlerische Ausbildung in Köln – geprägt durch ihren Mentor Vladimir Kuzmin, der ihren Blick für immer verändert hat. Er lehrte sie, nicht zu sehen was da ist – sondern was möglich ist.
Sie reist nicht um zu sehen – sie reist um zu fühlen. Was bleibt, sind keine Fotografien – es sind Farbgedächtnisse, verdichtet zu typografischen Kompositionen. Als Visual Artist und Interior Designerin – weil Leinwände und Räume für sie dasselbe sind. Beides erzählt eine Geschichte. Beides braucht Gefühl.